#10 - Nackenbeschwerden, was tun?

Nackenbeschwerden sind sehr weit verbreitet. Gefühlt jeder Zweite im arbeitsfähigen Alter leidet darunter.

Meiner Meinung nach gibt es drei Hauptursachen für Probleme im Nackenbereich.

Diese sind schlechte Haltung und Stress gepaart mit mangelnder Bewegung im Alltag.

Vorallem Leute die viel Zeit sitzend verbringen sind betroffen.

Anfangs äußern sich die Beschwerden meist mit Verspannungen, Kopfschmerzen und Unkonzentriertheit.

Sie können bei längerem Auftreten jedoch zu Schwindel, Tinnitus, Wirbelsäulenabnützungen und ähnlichem führen.

Sehr häufig kommen Leute mit degenerativen Veränderungen und strukturellen Schäden wie Gelenksabnützungen (Arthrosen), Bandscheibenvorwölbungen (Protrusionen) oder Bandscheibenvorfällen (Prolaps) zu mir in die Praxis.

Häufig auftretende Symptome sind unter anderem:

Verspannungen:

Entsteht durch Fehlbelastung der Muskulatur. Oft durch vorgeschobene Schultern (verkürzte Brustmuskulatur) und durch chronischen Stress. ("Die Angst sitzt im Nacken", Schutzspannung der Muskulatur)

Kopfschmerzen:

Kommen sehr häufig in Kombination mit Verspannungen vor. Meistens entstehen diese aufgrund von Durchblutungsstörungen durch Kompression von Blutgefäßen.

Spannungskopfschmerzen ziehen sich oft vom Schulter/Nackenbereich über den Hinterkopf bis zu den Augenbrauen nach vor und entstehen durch Muskelhartspann im M.Trapezius + M.Levator Scapulae und der Suboccipitalmuskulatur mit faszialer Beteiligung.

Auch Migräneanfälle können durch Verspannungen im Nackenbereich auftreten.

Müdigkeit/Unkonzentriertheit:

Die verspannten Muskeln sorgen wie bereits erwähnt für schlechte Durchblutung wodurch die Leistungsfähigkeit stark abnimmt.

Meist hilft hier eine kurze Pause und etwas Bewegung.

Ausstrahlungen in die Arme:

Entstehen durch Kompression von Nerven und/oder Blutgefäßen.

Tinnitus (Ohrensausen):

Entsteht oft Stressbedingt oder durch chronische Nackenbeschwerden.

Wirbelsäulenabnützungen:

Entstehen durch Jahrelange Überbelastung in bestimmten Wirbelsegmenten. Bei der Halswirbelsäule ist meist die Region zwischen dem 5. und 7. Halswirbel betroffen.

Viele Betroffene kommen leider erst nach jahrelangem Leiden in die Praxis.

Auf die Frage – „Wielange haben Sie ihre Schmerzen schon?“ kommt meist:

„Eigentlich eh schon immer“ oder „schon seit Ewigkeiten“.

Man gewöhnt man sich rasch an den dauernden Schmerz und versucht damit zu leben. Frei nach dem Motto: Was mich nicht umbringt macht mich nur härter ;-)

Dies führt aber nach vielen Jahren zu degenerativen Veränderungen und starker Beschwerdesymptomatik.

Es gilt also: Je früher man gegensteuert desto besser! (Prävention vor Rehabilitation!!)

Allgemeine Tipps gegen Verspannungen:

  • Sport treiben

  • Sitzzeit verringern

  • Haltung bewahren (aufrecht durchs Leben gehen ;-))

  • Nacken/Schultergürtel dehnen und durchbewegen

  • So oft wie möglich Aufstehen und Pausen einlegen

  • Ausreichend schlafen (7-9 Stunden)

  • Zeit für sich selbst nehmen (Sport, Ruhe, Smartphone ausschalten!)

  • Entspannen (Yoga,Meditation, progressive Muskelentspannung nach Jacobson und ähnliches)

  • Bei länger anhaltenden Beschwerden (über 3 Tage) Arzt und Physiotherapeut/Osteopath aufsuchen!

Tipps für die Arbeit:

  • So oft wie möglich Aufstehen, pausieren und Mobilisations/Dehnungsübungen durchführen (Kopf drehen und kreisen, Schultern kreisen, Arme schwingen usw)

  • Pro 60 Minuten sitzen mind. 10 Minuten stehen und bewegen)

  • Stehtisch besorgen (!)

  • Tischhöhe und Sitzhöhe richtig einstellen

  • Auf Haltung achten (Aufrecht sitzen und „Lümmelposition“ vermeiden)

  • Augenbewegungen durchführen (nach links/rechts/oben/unten schauen, Kopf drehen, Augen rollen usw.)

  • Tennisball und Faszienrolle mit ins Büro nehmen und Rückenmuskulatur durcharbeiten (siehe Video Blogpost #9)

  • Und für die Workaholics unter uns --> Arbeitsbelastung reduzieren ;-)

(Bild Credits to: Marcel Kollmar, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25647960)

Falls die Verspannungen gerade akut auftreten können ein paar einfache Maßnahmen helfen die Schmerzen zu lindern:

  • Massagen / Triggerpunkttherapie

  • Triggerball/Faszienrolle (Rückenmuskulatur ausrollen)

  • K-Taping

  • Moderater Sport bzw. Spazieren (Verbessert die Durchblutung)

  • Wärme (z.B. warme Badewanne/Dusche, Wärmepflaster, Sauna…)

  • Ruhe

Ich hoffe es war etwas für euch dabei.

In diesem Sinne, guten Wochenstart und entspannte Grüße,

Euer Mario


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Bauer Mario,BSc.

Osteopath

Physiotherapeut

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