#8 - FASZIEN Teil 1: Was sind eigentlich FASZIEN?

(Lesedauer: 2 min.)

Was sind Faszien?

Faszien (=Bindegewebe) durchziehen unseren ganzen Körper. Sie umhüllen alle Organe und geben dem Körper Struktur und Form. Sie bestehen großteils aus Wasser und Proteinen (Kollagen+Elastin). Die Faszien können je nach Funktion entweder dehnbar, zug und reißfest oder aber auch weich und lose sein.

Grapefruitbeispiel:

Die einzelnen "Tortenstücke" der Grapefruit sind durch "Faszien"getrennt. So ähnlich sieht es auch im menschlichen Körper zwischen den verschiedenen Muskeln und Organen aus.

Lange standen Faszien im Abseits und wurden wenig beachtet. In den letzten Jahren hat sich dies durch neue Forschungsergebnisse drastisch geändert.

Die Faszien sind plötzlich „in“ geworden.

Rindfleischbeispiel:

Die weißen Schichten dieses Rindfleischstückes sind Faszien. Ähnlich sehen sie im menschlichen Körper aus.

Faszientraining, Foam Rolling, Faszienkräftigung, Faszientherapie und ähnliche Begriffe springen einem heutzutage in jedem Gesundheitsmagazin ins Auge.

Aber was machen eigentlich Faszien?

  • Dem Körper Form und Struktur geben

  • Bewegen: Kräfte und Spannungen übertragen

  • Versorgen: Nahrung und Flüssigkeit zuführen

  • Kommunizieren: Informationen und Reize empfangen und weiterleiten

Faszienfakten:

  • Jeder Erwachsene hat ca. 18-23 kg Bindegewebe in sich

  • Die Faszien speichern 25% des gesamten Körperwassers

  • Das Bindegewebe erneuert und baut sich ständig um

Wie Faszien Probleme machen: Beispiel Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit und einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Die oft genannten „Troublemaker“ sind Bandscheiben, Wirbel, Nerven oder schwache Muskulatur.

Doch viele Maßnahmen wie z.B. Muskelkräftigung, Stabilisationstraining oder aber auch Operationen führen häufig zu keiner Verbesserung der Symptomatik.

Umgekehrt gibt es jedoch viele Menschen mit Bandscheibenschäden (im MRT Befund sichtbar) die keine Beschwerden haben.

Die Faszienforschung gibt darauf eine Antwort.

Faszien haben vor allem im Rückenbereich viele Schmerzsensoren, die kontraktile Elemente besitzen und sich bei Einwirkung von bestimmten Stoffen/Reizen zusammenziehen können.

Eine große Rolle spielen dabei kleine Wunden oder Risse in den Faszien die durch falsche oder einseitige Belastung entstehen können.

Solche kleinen Mikroverletzungen führen zu Entzündungen und lassen langfristig die Faszienschichten verkleben.

So können Faszien, wenn man sie nicht richtig behandelt, verschiedenste Probleme auslösen.

Es gibt viele Beschwerden am Bewegungsapparat die auf die Faszien zurückgehen.

Das „moderne“ Leben hat unsere natürliche, artgemäße Bewegungsweise sehr eingeschränkt.

Büroarbeit etwa führt oft zu einer falschen,verkrampften Haltung mit stundenlanger Bewegungslosigkeit die die Faszien verkümmern lassen. „Use it or lose it“ ist das Motto des Bindegewebes und Probleme sind langfristig vorprogrammiert.

Besonders ab der Lebensmitte werden gesunde Faszien immer wichtiger da der Wassergehalt im Bindegewebe immer mehr abnimmt und die Faszien so an Elastizität verlieren.

Resultat ist unter anderem die gebückte „Seniorenhaltung“ mit zusammengesacktem Oberkörper und nach vor gezogenen Schultern.

Deshalb ist es wichtig den Faszien Aufmerksamkeit zu schenken und sie dementsprechend zu trainieren um eine junge, straffe Körperform zu behalten.

Die Vorteile des Faszientrainings:

  • Die Muskeln arbeiten effizienter

  • Die Regenerationszeit verkürzt sich

  • Die Leistungsfähigkeit steigt

  • Die Bewegungsabläufe und Koordination verbessern sich

  • Die Körperhaltung verbessert sich

  • Verletzungsgefahr wird reduziert

Wie man die Faszien richtig trainiert erkläre ich euch in Teil 2 der Faszienserie, der nächste Woche online sein wird.

Bis dahin, macht’s gut!

Euer Mario

PS: Für weitere Informationen empfehle ich das Buch "Faszienfitness" von Robert Schleip.


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